Dienstag, 7. Mai 2013

Mode mit besserem Gewissen?, importierte Bio-Lebensmittel und Regenbogenfamilien

Gerade erst wurde wieder von einem Brand in einer mehrstöckigen Fabrik in Bangladesh berichtet, die zuvor zusammengestürzt war und unzählige ArbeiterInnen tötete. Eine Fabrik von vielen, in denen für nahezu jede bekannte Marke unter sehr schlechten Bedingungen Kleidung produziert wird, die unter anderem in Europa teuer verkauft wird. Die Gebäude sind baufällig, haben keine Fluchtmöglichkeiten bei Bränden, es wird ein Hungerlohn bezahlt, es kommt immer wieder zu Unfällen und und und. Es gibt darüber gute Dokumentationen z.B. diese und diese, die ich euch sehr empfehlen kann.
Natürlich ist es am sinnvollsten faire Kleidung zu kaufen, aber außerdem muss auch jetzt sofort etwas geändert werden und nicht nur im Kleinen, die Gefahr ist akut. Bei Avaaz gibt es eine Unterschriften-Aktion, bitte unterzeichnen! Ein Zitat dazu von Avaaz:

"Hunderte von Frauen aus Bangladesch sind verbrannt oder zu Tode erdrückt worden, während sie *unsere* Kleidung hergestellt haben! In wenigen Tagen könnten große Modefirmen eine Vereinbarung unterzeichnen, die entweder einem starken Sicherheitskodex oder einer schwachen PR-Masche gleichen könnte. Wenn 1 Million von uns die Geschäftsführer von H&M und GAP dazu bringen können, jetzt eine lebensrettende Vereinbarung zu unterstützen, wird der Rest nachziehen."

Zwar gibt es noch weitere Probleme bei der Produktiob von Kleidung, wie bspw. Umwelt- und Gesundheitsschäden, wo auf jeden Fall weiterhin Handlungsbedarf besteht. Außerdem werden sich die Firmen wohl nicht darauf einlassen gleich alle sozialen Probleme anzugehen. Aber es wäre trotzdem gut, wenn sich wenigstens einige der Aspekte endlich verbessern würden!

Ein anderes Thema.. Schon länger zeigt sich, dass in Deutschland viel zu wenig Bio-Lebensmittel angebaut werden und immer mehr importiert werden muss. Wieso ändert sich daran nichts? Wieso entscheiden nicht mehr Bauern auf ökologischen Anbau umzusteigen oder damit neu zu beginnen? Das wäre ja wohl absolut wünschenswert! Durch den Import von Bio-Lebensmitteln, die genauso gut in Deutschland angebaut werden könnten, ist größtenteils keine Regionalität mehr möglich und die Transportwege werden länger, teilweise sind die Überwachungsmechanismen für ökologischen Anbau schlechter und natürlich wäre es wirtschaftlich wohl schlechter. Das dümmste Beispiel sind ja immer die Bio-Kartoffeln aus Ägypten, wie ätzend ist das denn? Das kostbare Trinkwasser wird auf nimmer Wiedersehen verschwendet, um Kartoffeln in der Wüste anzubauen, damit wir welche essen können. Puh so ein Schwachsinn! Ein paar Daten und Fakten dazu gibt es bei Spiegel-online "Nachfrage bei Bio größer als Angebot".

Gerade habe ich doch wirklich etwas auf RTL.de geschaut, da gab es doch tatsächlich eine recht gute Reportage, das hätte ich nicht gedacht. Es geht um Regenbogenfamilien und bringt dieses Thema hoffentlich mehr Menschen näher, die irgendwelche unsinnigen Vorurteile haben.

Kommentare:

  1. hach, die sache bei der bekleidungsindustrie ist, das es viele verwobene problematiken sind, die da wirken und ineinandergreifen...

    fairtrade ist nicht immer toll. die sind genau so, wie jedes andere unternehmen auch, ins kapitalistische systhem eingebunden. außerdem kommen gerechte löhne und faire arbeitsbedingungen oft mit schlechten ökologischen bedingungen einher (die ach so tollen fairtrade rosen aus kenia und der wasserverbrauch für deren produktion zb).
    (fairtrade designs sehen meistens auch ganz schlimm aus. sinnvoll währen wenn bekannte marken fair produzieren würden. früher gabs da fairliebt)

    die menschen, vor allem die frauen, in bangaladesh müssen irgendetwas arbeiten. es müssen sinnvolle alternativen in anderen industrien geschaffen werden. solange die frauen keine andere wahl haben, als in sweat shops zu arbeiten, werden sie das auch tun, egal wie schlecht die bedingungen sind. es muss vor allem bei den örtlichen geschäftsführern ein umdenken stattfinden, oder als auftraggebender bekleidungsfirma muss konstant für eine einhaltung der vorschriften gesorgt werden. wenn sich da nur ein mal im jahr einer blicken lässt wird sich nicht viel ändern.

    warum können die firmen so günstig produzieren, bzw geringe löhne auszahlen? näherei ist (inzwischen) eine frauenarbeit geworden, die als geringwertig gilt. das nähen als arbeit muss in der gesellschaft aufgewertet werden... interessant dabei ist, das in bangladesh nähen vor der britischen kolonialzeit ein hoch angesehener männerberuf war und im zuge von kolonialisierung und einbindung in den neuen globalen markt diese arbeiten eben abgewertet wurde und so dann auch nur noch von dem "minderen" geschlecht ausgeübt wurde...

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  2. und OMG die rtl doku ist ja mega progressiv, unfassbar!!! di kann man ja sogar mal rumzeigen :D

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  3. also eigentlich ist doch aber das sinnvollste, was getan werden kann, dass die ganzen firmen den fabrikbesitzern alles vorschreiben (sicherheitsbedingungen, löhne, arbeitszeiten) und sie das dann auch richtig(!!!) kontrollieren. wenn die frauen einen gerechten lohn für die arbeit bekommen würden, die fabriken einen deutlich höheren sicherheitsstandard erfüllen müssten und die arbeitszeit eindeutig festgelegt wäre, ohne unbezahlte überstunden, dann wäre doch soweit alles gut? dafür müssten die firmen aber nun mal mehr bezahlen und endlich verantwortung übernehmen und vor ort schauen, was da überhaupt los ist und dann müssten wir hier nun mal mehr für kleidung bezahlen, was ja vollkommen ok wäre. die günstigen sachen, die gut aussehen, sind unter schlechten bedingungen produziert und die (angeblich) fairen sachen, sehen meistens nicht gut aus, werden nicht in geschäften angeboten, usw.

    ja das mit den fairtrade-produkten ist echt so eine sache, allein das mit den rosen puh! ich habe da mal eine doku drüber gesehen, das ist ja echt ziemlicher mist :/ es müsste irgendwie mehr transparenz geschaffen werden, das wäre toll und wenn solche namen wie fairtrade das halten, was sie versprechen und außerdem auch nicht alle denken, ach die sind so toll, die müssen wir nicht kontrollieren.

    die ökologischen probleme in der kleidungsindustrie würde ja schon mal besser werden, wenn viele chemikalien und farben verboten werden und dafür alternativen geschaffen werden würden. theoretisch müsste es für kleidungsfarbe etc. ja einen forschungsbereich geben, aber da kenne ich mich nicht so genau aus. naja und stoffe zu verbieten ist vermutlich aufgabe der regierung, das wird also schon wieder kompliziert :/ ich wollte ja nochmal schauen, was bei detox so passiert, mal bei greenpeace schauen, ob es was aktuelles dazu gibt.

    haha ich war auch echt soo verwirrt über die rtl-doku!!! :D ziemlich gut :D sie können es ja scheinbar doch besser als man denkt, dann sollten sie das lieber immer so machen...

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