Freitag, 23. November 2012

Detox-Kampagne von Greenpeace

In den letzten Tagen war zumindest im Netz viel über die aktuelle Kampagne von Greenpeace zu lesen, die sich dem Problem der giftigen Chemikalien in Kleidung widmet. Ich bin sehr begeistert, dass endlich etwas getan wird und hoffe sehr, dass sie Erfolge erzielen werden!
Neben den meistens sehr schlechten Produktionsbedingungen bezogen auf die Arbeiter ist auch der Einsatz von giftigen Chemikalien ein Problem, das uns alle betrifft. Ich habe mir schon oft Gedanken darüber gemacht und einige Dokus geschaut, aber noch keine für mich passende Lösung gefunden. Generell kaufe ich nicht besonders viel Kleidung, sodass ich trotz des begrenzten Studentenbugets vielleicht auch für einige Teile mehr ausgeben würde, wenn diese dafür umwelt- und sozialfreundlich produziert worden sind. Allerdings brauche ich kleine Größen, bestelle nicht so gern ausschließlich im Internet und habe bis jetzt auch noch keinen entsprechenden Shop gefunden, der auch meinen Geschmack trifft.
Genau dort liegt wohl das größte Problem für mich, denn geschmackstechnisch kaufe ich am liebsten bei Zara, die aber bei der Greenpeace-Kampagne als sehr schlecht geoutet wurden. Im Gegensatz zu z.B. H&M wurde auf keine Anfrage reagiert und H&M hat mittlerweile laut Greenpeace geäußert, dass giftige Chemikalien aus der Produktion in Zukunft verbannt werden. Bleibt abzuwarten, was passiert, aber prinzipiell ist das natürlich schon mal ein guter Schritt.
Zur Detox-Kampagne hat Greenpeace einen informativen Ratgeber veröffentlicht. Darin wird die Kampagne so beschrieben:

"In der Kampagne Detox werden der Chemikalieneinsatz für Kleidung und die daraus resultierenden Umwelt und Gesundheitsrisiken thematisiert – das macht auch dieser Ratgeber. Aussagen zum Anbau von Naturfasern, zum Recycling von Synthetikfasern oder zu Sozialstandards können nicht getroffen werden.
Quelle
Ziel der Detox-Kampagne ist es, die Textil-industrie zu entgiften." 

Ein Satz ist mir besonders aufgefallen, da ich ihn schon häufiger gelesen habe und er das Thema im Bezug auf die Umwelt einfach so gut beschreibt:

"In China heißt es: Die Modefarben der Saison erkennt man an den Farben der Flüsse."

Im Ratgeber werden zunächst die wichtigstens Chemikalien aufgelistet und ihr Einsatz sowie ihre Auswirkungen beschrieben. Dabei sind mir vor allem die Azofarbstoffe aufgefallen, da sie in der Schule und in der Uni (zumindest bei mir) als gängiges Anwendungsbeispiel für die Azokupplung aufgeführt werden und Jahrzehnte lang der Standardfarbstoff bei der Jeans-Produktion waren. Das ist ja generell in Ordnung, aber wieso kommt da nicht ein einziger Hinweis zur Giftigkeit oder dazu, dass sie mittlerweile (laut Greenpeace) nicht mehr für Produkte mit direktem Hautkontakt eingesetzt werden dürfen?
Außerdem werden die verschiedenen Gütesiegel vorgestellt und Firmen aufgelistet, die diese verwenden. Dabei ist mir besonders "Cradle to Cradle" aufgefallen, dass von "Trigema" verwendet wird. Über diese Firma und ihre Produkte habe ich mal eine Doku gesehen und im Urlaub sind wir in einem ihrer Geschäfte gelandet. Die Sachen waren unfassbar hässlich! Und Achtung: Es stank total chemisch und ungesund! Das ist ja sehr beruhigend. Naja wenigstens stuft Greenpeace das Siegel als schwierig zu bewerten ein. 
Habt ihr vielleicht ein paar Tipps für Shops, bei denen ihr gerne umweltfreundliche Kleidung bestellt? Leider gibt es hier, soweit ich weiß, keinen entsprechenden Laden und wie häufig fährt man schon in eine Großstadt.
Auf jeden Fall ist mein schlechtes Gewissen beim Kauf bei Zara und Co wegen der Produktionszustände nun noch um der Angst um Umwelt und Gesundheit erweitert wurden. Ich werde die Aktionen und Ergebnisse der Kampagne weiter beobachten und bin sehr gespannt. Hoffentlich ändert sich bald etwas!!!

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